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Fallbeispiele aus unserer Praxis

Im Folgenden finden Sie drei Beispiele unserer Zusammenarbeit mit Klienten zu verschiedenen Themengebieten und Fragestellungen, anhand derer wir Ihnen die Möglichkeiten des Coachings aufzeigen und einige ausgewählte Methoden vorstellen möchten.

„Sven sieht klarer“

Was brachte ihn zum Coaching?

Sven ist 38 Jahre alt und im Marketing/Vertrieb eines mittelständischen Unternehmens als Abteilungsleiter tätig. Er ist verheiratet und hat 2 kleine Kinder. Schon seit einiger Zeit ist er in seiner Firma nicht besonders glücklich und auch schon seit mehreren Jahren in der gleichen Position tätig.
Er fragt sich, ob seine Karriere noch weitergehen kann und ob er das überhaupt will. Auch über berufliche Alternativen in anderen Branchen oder Tätigkeiten hat er schon nachgedacht.

In der Familie läuft auch nicht alles rund – immer hat er das Gefühl nicht genug Zeit für seine Partnerin und die Kinder – und schon gar nicht für sich selbst – zu haben.

Setzt er eigentlich die richtigen Schwerpunkte?

Was geschieht jetzt im Coaching?

In einem ersten Schritt und persönlichen Gespräch wird erst einmal geklärt „können wir miteinander?“ Weiterhin ist es wichtig, die genauen Aufgaben und Rollen von Coach und Klient (Sven) inklusive der Rahmenbedingungen zu besprechen, ohne schon auf die spezifische Situation einzugehen.

Schwerpunkt im ersten Termin ist aber eine genaue Beschreibung und Klärung der Ist-Situation und eine Definition der Fragen / Anliegen für das Coaching.
Hier ist es wichtig, die zentralen Fragen zu formulieren und zu klären, welche Motivation Sven bewegt, im Coaching eine Veränderung herbeizuführen.

Zentrale Fragen könnten hier sein:

  • Wie kann ich meine berufliche Zufriedenheit steigern?
  • Wie kann ich meine Stärken / meine Motivation besser in einer anderen Aufgabe / mit einem anderen Schwerpunkt einsetzen?
  • Wie kann ich meine Arbeit und meine Familie unter einen Hut bringen?
  • Welche Bedürfnisse habe ich und wie sind dabei meine Prioritäten?

In einem zweiten Schritt werden dann Möglichkeiten erarbeitet, die wiederum zu Zielen führen, die konkret definiert werden:

  • Welche alternativen Möglichkeiten habe ich beruflich im Rahmen von Marketing/Vertrieb und welche vielleicht auch außerhalb?
  • Wie realistisch sind diese Möglichkeiten? Welche Konsequenzen und Kosten sind damit verbunden?
  • Welchen Stellenwert hat für mich die Familie und welche Rolle spiele ich in der Familie?
  • Welche Rolle möchte ich mir hier selbst geben?

Durch verschiedene Techniken (z.B. auch Visualisierung) kann sich Sven mit der Hilfe des Coaches ein genaueres Bild seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten machen.

Auf Basis dieser Erkenntnis können sich ein oder mehrere Ziele ergeben:
Sven will seine Stärken und potenziellen Einsatzmöglichkeiten so genau identifizieren, dass konkrete berufliche Alternativen angestrebt werden können und/oder er beschließt so an seiner Karriere und Weiterbildung zu arbeiten, dass sich realistische Chancen ergeben eine Position als Vertriebsleiter zu erreichen.

Im Anschluss wird die Frage geklärt, wie die genannten Ziele mit dem Wunsch zusammenpassen können, mehr Zeit für die Familie und sich selbst zu haben.

  • Wo gibt es Konflikte oder wo schließen sich die Ziele gegenseitig aus?
  • Welche grundlegenden Bedürfnisse gibt es und wie kann man eine Kompensation erreichen?

Eine attraktive Vision des gewünschten Gesamtzustandes (beruflich und privat) wird entwickelt und anhand von verschiedenen Fragen und Techniken beschrieben. Das Ergebnis kann sehr unterschiedlich sein und je nach Verlauf des Coachings können sich verschiedene Szenarien ergeben.

Möglich ist z.B. einen Schwerpunkt im Bereich der Familie zu setzen und entsprechende berufliche Alternativen anzustreben oder eben eine Fokussierung auf die berufliche Karriere unter Einbeziehung von Veränderungen, die dann in der Familie stattfinden müssen. Verschiedene andere kreative Alternativen und Situationen sind denkbar, die sehr unterschiedlich sein können – wie eben auch jedes Individuum für sich anders und einzigartig ist.

Was bewirkt das Coaching?

Abschließend wird dieser herausgearbeitete Wunschzustand in Form von attraktiven, erreichbaren und messbaren Zielen definiert, die es Sven ermöglichen, ganz konkret in Teilschritten dem gewünschten Gesamtzustand näher zu kommen und diesen schließlich auch wirklich zu erreichen. Zur Unterstützung wird gemeinsam überlegt, was den Transfer der Ziele in die Praxis erleichtern oder erschweren kann und welche Möglichkeiten Sven hat, sich selbst „auf Kurs“ zu halten.

„Dialog im Unternehmen ist auch eine Möglichkeit“

Wieso ein Coaching?

Der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens ist von seinen direkten Mitarbeitern genervt:
Sie fragen dauernd nach und sind nicht in der Lage produktiv miteinander zu kommunizieren. Das Unternehmen wächst stetig und die Perspektiven sehen gut aus; trotzdem ist die Stimmung unter den Mitarbeitern nicht gut und Unruhe hat sich im Unternehmen breit gemacht. In einem ersten Telefonat mit dem Geschäftsführer ergibt sich kein klares Bild. Nur so viel wird deutlich:
Sowohl die Kommunikation der Leitungsebene untereinander, als auch die Kommunikation zwischen den Ebenen läuft nicht rund und gegenseitige Schuldzuweisungen sind an der Tagesordnung. 

Was geschieht jetzt im Coaching?

Im ersten Schritt beschließen wir gemeinsam mit dem Geschäftsführer, dass wir ein klares Bild der Stimmungslage im Unternehmen brauchen und die von den Mitarbeitern attribuierten Ursachen dazu erfragen wollen. Nach einem ersten Vorgespräch entwickeln wir einen spezifischen Fragebogen, der von mehreren Führungskräften und Mitarbeitern im Hinblick auf Verständlichkeit und Schlüssigkeit überprüft wird.

Nach einer statistischen und inhaltlichen Auswertung der ausgefüllten Fragebögen werden die Ergebnisse im engeren und weiteren Führungskreis besprochen und durch Moderation auf Themen verdichtet (hier sind es 6 Themenfelder), die von den Beteiligten als relevant beschrieben werden und die weiterentwickelt werden sollen. In ersten Ansätzen werden Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

In einem Zwischenschritt wird ein gemeinsames Verständnis der Analyse und Zusammenhänge aller relevanten Themen (z.B. Ablauf interne Kommunikation, Feedbackkultur, Ergebnisorientierung etc.) mit Geschäftsführung und allen Abteilungs- bzw. Bereichsleitern erarbeitet.

In einem zweiten Schritt finden dann Workshops mit allen Mitarbeitern statt, die jeweils eines der Themenfelder auf mögliche Lösungsschritte und Maßnahmen abklopfen.

Die Ergebnisse werden in einem großen Plenum vorgestellt und miteinander in Verbindung gesetzt. Dabei werden konkrete und messbare Ziele zur Verbesserung der verschiedenen Themenbereiche erörtert und beschlossen. Verbindliche Schritte zur Umsetzung werden verabredet.

Die Maßnahmen zur Zielerreichung bestehen aus so unterschiedlichen Methoden wie z.B. Konflikt-Mediation in bestehenden Teams, Arbeiten in Teams zur Verbesserung der Ablauf-Organisation oder Individual Coachings, die als Angebot für alle Mitarbeiter der Führungsebene und für Mitarbeiter in speziellen Situationen bereitgestellt werden.

Ein wichtiger letzter Schritt sichert den Transfer in die Praxis:

Nach einem halben Jahr schauen wir noch mal gemeinsam auf die bisher durchgeführten Maßnahmen und auf den aktuellen Status:
Wo stehen wir aktuell im Hinblick auf die vereinbarten Ziele?

Im Ergebnis wird dann darüber entschieden, ob Maßnahmen noch nachjustiert oder verändert werden müssen. Grundlage für den Status sind dabei verschiedene Maße (wie z.B. verbesserte Kommunikationswege und -arten).

Das Feedback der Mitarbeiter ist hier ein gewichtiger Faktor. Und tatsächlich hat sich gezeigt:
Man kann die Kultur des Miteinander Kommunizierens und Arbeitens verändern – aus Sicht der Mitarbeiter auch tatsächlich verbessern!

Was bewirkt das Coaching?

Aus der Kultur wir reden „über einander“ ist eine Kultur des wir reden „mit einander“ geworden: „Dialog ist auch eine Möglichkeit“

„Ich bin wieder ich“

Was brachte sie zum Coaching?

Cordula ist 52 Jahre alt und seit über 25 Jahren mit Ingo verheiratet.
Sie hat nach dem Schulabschluss eine kaufmännische Lehre absolviert und sich nach einigen Jahren im Berufsleben vorwiegend um die Erziehung des gemeinsamen Sohnes und den Haushalt gekümmert.
Ingo hat als Manager in einem Versicherungsunternehmen Karriere gemacht und im Laufe der Zeit hat sich das Ehepaar eine finanziell sorgenfreie Existenz geschaffen.

Cordula war mit ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter oberflächlich zufrieden:
Sie hat sich um alle Themen des Haushalts, der Kindererziehung und um die Beziehungspflege des gemeinsamen Freundeskreises gekümmert. Cordula ist eine sehr unternehmungslustige und aufgeschlossene Person. Um alle anderen Themen, wie finanzielle Fragen oder die Entscheidung über größere Anschaffungen hat sich Ingo gekümmert.

Nach dem Auszug des Sohnes Mark aus dem elterlichen Haus hat sich Cordulas‘ Alltag verändert: Ein wichtiger Teil ihres Aufgabenbereiches ist wegfallen, und zudem fühlt sie sich tagsüber sehr einsam. Sie hat u. a. deswegen Verabredungen und gemeinsame Unternehmungen mit Freunden in der Anzahl und Intensität erhöht. Ingo hat aufgrund seines herausfordernden Jobs immer weniger Interesse an aktiver Freizeitgestaltung und würde die Abende und das Wochenende am liebsten allein oder mit Cordula verbringen. Immer häufiger unternimmt Cordula deshalb Dinge allein und fragt sich, was wohl die gemeinsamen Freunde denken. Insbesondere als sie allein zu der Hochzeitsparty sehr guter Freunde erscheint und sie Ingo mit einer Magenverstimmung entschuldigt. 

Was geschieht jetzt im Coaching?

Cordula kommt zu uns in die Beratung und gemeinsam erörtern wir die Problemlage:

  • Sie fühlt sich einsam und nicht relevant.
  • Sie empfindet kaum Wertschätzung ihres Partners in Bezug auf ihre Person oder ihre Leistungen.
  • Sie ist ratlos, wenn sie an ihre Zukunft denkt und schämt sich, wenn sie sich über Komplimente anderer Männer hinsichtlich ihres Aussehens oder ihrer Art freut. 

Wir erarbeiten mit Cordula zunächst eine Möglichkeit, wie sie ihre Gedanken und das tägliche Erleben strukturieren kann. Cordula hat Zeit ihres Lebens nie die Nutzung der Selbstreflexion kennengelernt und ihr fällt es schwer ihren eigenen Standpunkt und ihre Gefühlswelt darzulegen. Sie beginnt fortan eine Art Reflexionsbuch zu führen in dem sie Situationen, Gespräche und Gefühle des vergangenen Tages notiert, beschreibt und durchdenkt. Ihr wird deutlich, welche Situationen bei ihr Gefühle der Einsamkeit und des sich wertlos Fühlens auslösen. Sie bemerkt, dass sie die Ursache für ihre Empfindungen bei sich suchen muss und erkennt, dass die Projektion auf Ingo als „Schuldigen“ nicht sinnvoll ist. 

Mithilfe des Reflexionsbuches und einer systemischen Aufstellung wird Cordula deutlich, dass sie eine neue Rolle finden möchte, in der sie agiert und eigene Maßstäbe setzt:

  • Sie möchte nicht mehr ausschließlich reagieren, sondern selbst für positive Emotionen und Glück sorgen.
  • Sie entschließt sich, zunächst an diesem Themenfeld zu arbeiten bevor sie sich mit anderen dysfunktionalen oder ungesunden Aspekten ihres Beziehungssystems tiefergehend beschäftigen möchte. 

Was bewirkt das Coaching?

Im Coaching ist der Erkenntnisgewinn des Klienten entscheidend. Cordula entwickelte – basierend auf intensiver Reflexion – ihren eigenen Lösungsweg aus der Krise. Im vorliegenden Fall geht es nun darum, schrittweise neue Denk- und Verhaltensalternativen zu erlernen und die Klientin bei diesen Schritten zu begleiten.